Echt oder erfunden?
- 10. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Ein Blick auf die Medienkompetenz der Jugend

Ein Beitrag von Amelia Celeste Oertli und Celine Furrer (10.6.2026)
Ein Bild von einem Papst in einer Designerjacke. Ein Video von einem Politiker, der etwas sagt, das er nie gesagt hat. Oder eine Schlagzeile, die sich rasend schnell auf TikTok verbreitet. Im digitalen Alltag verschwimmen die Grenzen zwischen echten und manipulierten Inhalten zunehmend. Künstliche Intelligenz macht es einfacher denn je, täuschend echte Bilder, Videos oder Audios zu erstellen. Gleichzeitig beziehen besonders junge Menschen einen grossen Teil ihrer Informationen über die sozialen Medien.
Doch wie gut können junge Menschen überhaupt erkennen, ob etwas stimmt?
Um das herauszufinden, haben wir junge Menschen in Luzern gefragt, wie sie Informationen in den sozialen Medien wahrnehmen:
Die Antworten zeigen: Vielen jungen Menschen ist bewusst, dass sich auf den sozialen Medien auch falsche Inhalte verbreiten. Gleichzeitig fällt es nicht immer leicht zu erklären, wie Informationen überprüft werden können oder woran man erkennt, ob eine Quelle vertrauenswürdig ist.
Was bedeutet Medienkompetenz?
Unter Medienkompetenz versteht man die Fähigkeit, Medien bewusst und kritisch zu nutzen. Dazu gehört nicht nur, digitale Plattformen bedienen zu können. Medienkompetenz bedeutet auch, Informationen einzuordnen, Quellen zu überprüfen und Inhalte kritisch zu hinterfragen. Besonders wichtig wird dabei die sogenannte Nachrichtenkompetenz. Sie beschreibt die Fähigkeit, Nachrichten zu verstehen, ihre Herkunft zu beurteilen und zwischen Fakten, Meinungen und Falschinformationen zu unterscheiden.
Gerade auf Plattformen wie TikTok, Instagram oder X werden Nutzer:innen täglich mit einer Vielzahl an Informationen konfrontiert. Nicht alle davon sind korrekt.
Zur Einordnung haben wir mit Jürg Tschirren, SRF-Digitalredaktor gesprochen, der täglich mit Falschinformationen konfrontiert wird. Zudem ordnet Andrina Schmid, stellvertretende Geschäftsführerin vom Verein UseTheNews, die aktuelle Situation ein. Sie beobachten, dass sich Falschinformationen auf sozialen Medien besonders schnell verbreiten, weil Plattformen Inhalte bevorzugen, die starke Emotionen auslösen. Wer überrascht, schockiert oder empört, erhält oft mehr Aufmerksamkeit als sachliche Informationen. Gleichzeitig wird es für Nutzer:innen immer schwieriger einzuschätzen, welche Absichten hinter einem Beitrag stehen. Geht es darum zu informieren? Soll ein Produkt verkauft werden? Oder soll möglichst viel Aufmerksamkeit erzeugt werden?
Die wichtigsten Tipps der Expert:innen
Quelle prüfen: Wer veröffentlicht die Information? Handelt es sich um ein bekanntes Medium oder um einen unbekannten Account?
Emotionen hinterfragen: Inhalte, die starke Wut, Angst oder Empörung auslösen, sollten besonders kritisch betrachtet werden.
Informationen vergleichen: Taucht dieselbe Information auch bei anderen vertrauenswürdigen Quellen auf?
Nicht nur Influencer:innen folgen: Ein Mix aus verschiedenen Quellen hilft dabei, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen.
Vor dem Teilen nachdenken: Wer Inhalte weiterverbreitet, wird selbst Teil der Informationskette.
Echt oder KI-generiert?
Mit dem technischen Fortschritt werden manipulierte Inhalte immer schwieriger zu erkennen. Selbst Fachleute weisen darauf hin, dass KI-generierte Bilder und Videos mittlerweile ein Niveau erreicht haben, bei dem eine sichere Erkennung oft kaum noch möglich ist. Deshalb haben wir einen Selbsttest erstellt, wo du testen kannst, wie gut du zwischen echten und falschen Bilder unterscheiden kannst.
Unser Fazit:
Die Expert:innen sind sich einig: In einer Zeit, in der Informationen innerhalb von Sekunden um die Welt gehen, wird Medienkompetenz immer wichtiger. Entscheidend ist nicht, jede Falschinformation sofort zu erkennen. Vielmehr ist es entscheidend, Informationen kritisch zu hinterfragen und sich bewusst zu machen, dass Reichweite, Likes oder viele Kommentare noch kein Beweis für Wahrheit sind.



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