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Marathon mal anders, Alex läuft in Sandalen durchs Ziel

  • vor 2 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

42 Kilometer ohne Laufschuhe, Alex zieht den Zürich Marathon in Sandalen durch


Beim Zürich Marathon zeigt sich meist ein vertrautes Bild: spezialisierte Laufschuhe, funktionale Kleidung und Athlet*innen, die gezielt auf Leistung trainieren. Mitten in diesem Setting fällt Alex sofort auf. Er läuft im Hawaii-Hemd, mit Cap und Shorts und vor allem in Sandalen aus recycelten Autoreifen. Was auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkt, ist für ihn eine bewusste Entscheidung.


Alex läuft in Sandalen durchs Ziel:


Sein Ansatz ist stark von den Rarámuri geprägt, einer indigenen Gemeinschaft im Norden Mexikos. Dort ist das Laufen tief im Alltag verankert und wird über aussergewöhnlich lange Distanzen praktiziert. Die Menschen laufen oft in sogenannten Huaraches, einfachen Sandalen, die aus Autoreifen gefertigt werden. Für Alex steht diese Praxis für eine reduzierte, ursprüngliche Form des Laufens, unabhängig von moderner Ausrüstung und Leistungsoptimierung.



Neben dieser kulturellen Inspiration spielte auch eine persönliche Erfahrung eine zentrale Rolle. Alex hat breite und flache Füsse und hatte über Jahre hinweg Schwierigkeiten, passende Laufschuhe zu finden. Viele Modelle führten zu Druckstellen, Blasen und Schmerzen. Die Sandalen hingegen bieten ihm Bewegungsfreiheit und Komfort. Der Entscheid, damit einen Marathon zu laufen, ergibt sich für ihn logisch aus dieser Erfahrung.



Die Reaktionen auf sein Vorhaben waren unterschiedlich. Während einige skeptisch reagierten und das Projekt als unrealistisch einschätzten, erhielt er aus seinem engen Umfeld viel Rückhalt. Besonders seine engen Freunde unterstützten ihn in seinem Vorhaben und bestärkten ihn darin, den Lauf auf seine eigene Weise anzugehen.


Ab Kilometer 23 wird es zur Belastungsprobe

Die ersten Kilometer verliefen stabil, doch mit zunehmender Distanz wurde die Herausforderung deutlich spürbar. Ab etwa Kilometer 23 setzte eine Phase ein, in der Schmerzen und Erschöpfung zunahmen. Das Tempo reduzierte sich, und jeder weitere Abschnitt verlangte mehr Durchhaltevermögen. Der Lauf entwickelte sich zunehmend zu einer mentalen Herausforderung.


Ein anderes Verständnis von Laufen

Gerade durch seinen Auftritt hebt sich Alex von der Masse ab. Zwischen technisch optimierter Ausrüstung und leistungsorientierter Vorbereitung setzt er ein bewusst einfaches Gegenbild. Seine Teilnahme zeigt, dass ein Marathon nicht zwingend an bestimmte Voraussetzungen gebunden ist. Diese Perspektive kann gerade für Menschen, die sich vom klassischen Laufumfeld distanziert fühlen, einen neuen Zugang schaffen.



Ob Alex erneut beim Zürich Marathon starten wird, bleibt offen. Fest steht jedoch, dass er dem Laufen treu bleibt und weiterhin in Sandalen unterwegs sein wird. 

 
 
 

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