Aromat, Karaoke und Abriss! 01099 feiern mit Zürich
- 4. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

01099 starten ihre Tour in Zürich
01099, die Rap-Crew aus der Dresdner Neustadt, ist aktuell mit ihrer „extra aus Dresden angereist“ Tour unterwegs und Zürich bekam den ersten Stopp zu sehen. Für die drei Musiker, deren Name auf die Postleitzahl ihres Heimatviertels anspielt, war der Abend ein besonderer Startschuss: neue Setlist, neue Bühnenshow und ein Publikum, das von Beginn an spürbar Lust auf 01099 hatte.
Zachi und Paul im Interview:
Der Name der Tour ist im Kollektiv entstanden. Zachi und Paul erzählen im Interview, dass sie sich wie so oft in ein Café gesetzt, Ideen gesammelt und gemeinsam gebrainstormt haben. Das ist für sie ein fester Bestandteil, wenn es um Album- oder Tournamen geht.
„Extra aus Dresden angereist“ passt für die Crew gleich mehrfach. Dresden ist ihre Heimatstadt und wird stark mit ihnen assoziiert und schwingt als Identität immer mit, auch wenn sie nicht mehr dort leben. Gleichzeitig reisen nicht nur sie, sondern auch viele Fans für die Shows an. Aus Bern, aus Luzern oder anderen Städten. Der Titel trägt diesen Reise- und Zusammenkunfts-Vibe in sich.
Dass der erste Stopp der Tour ausgerechnet Zürich ist, war laut 01099 eher Routing-Glück als Masterplan. Trotzdem fühlt es sich für sie wie ein idealer Startpunkt an. In der Schweiz hätten sie immer mit die intensivsten Konzerte, erklären sie. Eine Crowd, auf die sie sich verlassen können, gerade wenn der Druck vor der ersten Show gross ist.
Im Vergleich zwischen Schweizer und deutschem Publikum sehen sie mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Das Klischee vom zurückhaltenden Schweizer Publikum können sie nicht bestätigen. Im Gegenteil. Für sie ist es oft Party, mit dem Unterschied, dass Konzerte in der Schweiz noch mehr als Besonderheit wahrgenommen werden. Während in Berlin gefühlt jeden Abend mehrere grosse Shows stattfinden, falle es in Städten wie Zürich stärker ins Gewicht, wenn 01099 auf der Bühne stehen.
Ein Moment, der ihnen besonders geblieben ist, ist ihr erstes richtiges Tourkonzert in der Schweiz, im Bierhübeli in Bern. Damals war ihre Technik am Zoll hängen geblieben, das Bühnenbild stand auf der Kippe. Erst ein paar Zollbeamte, die mit 01099-Merch „überzeugt“ wurden, machten den Weg frei. Am Ende wurde es eine Show, die sie bis heute nicht vergessen haben.

Mit der aktuellen Wintertour präsentieren sich 01099 von einer anderen Seite als im Festivalsommer. Die Crew hat Bühnenbild, Setlist und Team überarbeitet, neue Songs eingebaut und ihr Instrumenten-Setup erweitert. Akkordeon, Flügelhorn und Saxofon sind noch stärker Teil der Show geworden.
Aromat, Zweifel-Chips und spontane Einfälle
Was gleich geblieben ist, ist die Spontanität von 01099. In Zürich führte das unter anderem zu einem Live-Taste-Testing auf der Bühne. 01099 hatte Zweifel-Chips mit Aromat-Geschmack dabei, eine Kollaboration, die auch für sie fast schon legendär wirkt. Vor dem Publikum wurde probiert, kommentiert und ordentlich gescherzt. Zwischen einem ironischen „zwei von zehn“ und einem späteren „neun von zehn“ entwickelte sich ein witziges Hin und Her.

Karaoke, roter Buzzer und Weihnachtsstimmung
Eines der grossen Highlights des Abends war das inzwischen feste Ritual der Band: Karaoke. Seit dem Sommer gehört das gemeinsame Singen mit dem Publikum zu ihren Lieblingsmomenten auf der Bühne. In Zürich gab es passend zur Jahreszeit eine „Special Christmas Edition“.
In Zürich sorgte ein roter Buzzer dafür, dass die Entscheidung dem Zufall und der Crowd überlassen wurde. Eine Person aus dem Publikum, durfte auf den Buzzer drücken. Am Ende gewann „Last Christmas“, sehr zur Freude vieler im Saal. Die Weihnachtsstimmung war endgültig da.

Zum Abschluss des Abends griffen 01099 zu einem Song mit besonderer Bedeutung: „01099“. Für die Crew beschreibt dieser Track ihren Kern, erzählt Zach im Interview. Er handelt von der Dresdner Neustadt, ihrer gemeinsamen Herkunft, vom Aufwachsen dort und davon, wie sich ihr Blick auf die Welt vom Früher bis heute verändert hat.
Im Kern, sagen sie, seien sie immer noch „Jungs aus den 2000ern“, die sich in diesem Viertel kennengelernt haben. Mit „2000er“ schliessen sie den Kreis zwischen Heimat und Tour, zwischen Neustadt und Zürich.



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